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Gewässer genauer unter die Lupe genommen

ROPHIE, MIKTIK UND CO.

- Gewässer genauer unter die Lupe genommen - 

In einem viertägigen Fachseminar bauten Gewässerwarte des ASV Hamburg ihre Kompetenz in Gewässerhege und -pflege aus. Kernthemen der verbandsinternen Weiterbildung waren Ermittlung der Wasserqualität, allgemeine und spezielle Gewässerökologie und Interpretation der erfassten Daten sowie mögliche resultierende praktikable gewässerverbessendere Maßnahmen für eine wasserrahmenrichtlinienkonforme ordnungsgemäße fischereiliche Bewirtschaftung. 

Eine wichtige Aufgabe der Fischereivereine ist die Hege und Pflege der Gewässer und ihres Fischartenbestandes. Für diesen Bereich sind in erster Linie die Gewässerwarte der Vereine verantwortlich. Sie geben die fachlichen Empfehlungen nicht nur für Arbeitseinsätze am Gewässer sondern für die Art und den Umfang des Fischbesatzes. Hierfür ist die gute Kenntnis über die jeweiligen Bäche, Flüsse, Fleete, Teiche und Seen unabdingbar. "Nur was unsere Mitglieder kennen, das können sie schützen und sinnvoll bewirtschaften." bringt es der Referent für Aus- und Fortbildung des ASV, Werner Kleint, auf den Punkt. 

Deshalb organisiert der ASV Hamburg seit Jahren verschiedene fachliche Weiterbildungsmaßnahmen. Speziell für die anwendungsorientierte Ausbildung der Gewässerwarte konnte im dritten Jahr wieder der Limnologe Uwe Rottermund gewonnen werden. Die kurzweilig gestalteten theoretischen und praktischen zwei Seminarwochenenden fanden im gut ausgestatteten Vereinsheim des AV Bergedorf-Allermöhe West e.V. statt.  

Die insgesamt vier Seminartage bauten aufeinander auf. Von der einfach erscheinenden Ausgangsaussage "Wasser ist nass und heißt H20" erschloss sich auf anschauliche Art und Weise das breite Spektrum der Wasserphysik und -chemie. Von der Wasserschichtung (Miktik) größerer Seen über den Nährstoffgehalt (Trophie) der verschiedenen Fließ- und Stillgewässertypen erschlossen sich die Hintergründe der Lebensräume der Fischarten und anderer Wassertiere. Über die theoretischen Grundlagen der Wasseruntersuchungen hinaus wurden Unterschiede und Schwierigkeiten im Umgang mit den Untersuchungsgeräten und dem Chemikalienbezug behandelt. Den Abschluss des ersten Seminarteiles bildeten Wasseruntersuchungen, die die Teilnehmer mit selbst genommenen Proben durchführten.
 

Am zweiten Wochenende wurden die Zusammenhänge von Wassergüte, Gewässergüte und ökologischen Lebensraumansprüchen verständlich vermittelt. "Gesunde Fische in intakten Gewässern", so Referent Uwe Rottermund. Die Bestimmung des Gesundheitszustand und der Kondition der Fische rundete die Weiterbildung ab. Hierfür wurde eine Elektrobefischung am Bille-Rückhaltebecken durchgeführt.

 

Die gefangenen Fische wurden nach Art bestimmt, gezählt, Einzelgewichte und -längen erfasst.

 

Die ermittelten Daten wurden am PC ausgewertet. Der Fischereibiologe und Verbandsgewässerwart Martin Purps ermöglichte den Anwesenden Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten und das Zustandekommen aussagefähiger, belastbarer Aussagen. Das Gewässer konnte so und unter Einbeziehung der vorhandenen Wasseruntersuchungen beispielhaft charakterisiert werden. Im Ergebnis konnten unter Berücksichtigung bestehender Verhältnisse (u.a. Regenrückhaltefunktion) sinnvolle Entwicklungsmaßnahmen in Form eines kleinen Hegeplanes formuliert werden. 

Den Teilnehmern wurden komplexe Abläufe des Gewässerökosystems praxisbezogen dargestellt und für ihre Vereinsarbeit Tipps und Hilfestellungen gegeben. Die Sichtweise auf die Unterwasserwelt wurde nachhaltig erweitert, so formulierte ein Teilnehmer "Wenn ich heute ans Gewässer gehe, so sehe ich es ganz anders als vor dem Seminar; auch meine Angelstellen wähle ich nach ganz anderen Kriterien aus." 

Der Angelsportverband Hamburg hat seinen Vereinen so eine wichtige Unterstützung für die gesetzlich vorgeschriebene ordnungsgemäße fischereiliche Bewirtschaftung gegeben. Die durchweg positive Resonanz der teilnehmenden Gewässerwarte bestärkt den Verband, auch in den folgenden Jahren die fachliche Ausbildung der Mitgliedsvereine aktiv zu fördern.

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